Stille Gedanken Alles was mich bewegt werde ich hier niederschreiben... Für mich und für euch...
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Verfasst am 10.01.2005 12:04:48 Uhr Sinnlos? Ich blicke dich an.
Du bist so müde, so ausgemergelt... So völlig erschöpft und ohne Lebensmut... Ich würde dir gerne helfen, doch ich weiß nicht wie. Eine eiskalte Mauer aus Schweigen steht zwischen uns, undurchdringlich und unabänderlich...
Hilflos sehe ich mit an wie du ein Messer zur Hand nimmst.
Nein! Tu das nicht!
Meine Worte erreichen dich nicht...
Langsam ziehst du die scharfe Klinge über deinen Unterarm, wieder und wieder... Rotes Blut pulsiert aus den tiefen Schnitten hervor, läuft über deine weiße Haut und hinterlässt auf dem Boden zu unseren Füßen eine Lache...
Ich schreie, weine... Tu das doch nicht! Ich brauche dich!
Dein Schmerz ist für mich fast körperlich greifbar, deine Wunden schmerzen mich an meinen Armen!
Wieso quälst du uns so?
Ist wirklich alles so aussichtslos?
Ja, du hast recht... Es hat keinen Sinn mehr...
Stumm beobachte ich wie das Blut von meinen Armen tropft.
Mein letzter Blick gilt dir... Meinem Spiegelbild....
Verfasst am 04.01.2005 15:44:17 Uhr Hass „Sag mir, Schwester, wieso hassen sie uns?“
„Das ist eine schwere Frage, Bruder. Ich denke, sie hassen uns weil sie uns für böse halten...“
„Aber wieso, Schwester? Wir tun ihnen doch nichts!“
„Gewiss, Bruder... Doch sie sehen es anders. In ihren Augen sind wir Unglücksboten...“
„Unglücksboten? Schwester, wieso sollten wir Unglück bringen?“
„Sie kennen uns nicht, Bruder. Deswegen fürchten sie uns. Und was man fürchtet belegt man mit üblen Namen.“
„Aber es gibt doch keinen Grund uns zu fürchten, Schwester!“
„Ja, Bruder. Wir leben nur, eben auf unsere Art. Und sie können es nicht verstehen...“
„Schwester, das verstehe ich nicht!“
„Ich auch nicht, Bruder...
Komm, lass uns hinüberfliegen zum Schlachtfeld... Vielleicht werden wir dort den einen oder anderen Leckerbissen abbekommen...“
„Hassen sie uns deswegen, Schwester? Weil wir uns auf den Schlachtfeldern laben?
„Ja, Bruder... Und weil wir Raben sind...“
Verfasst am 04.01.2005 11:44:59 Uhr Freiheit Er blickte mit seinen scharfen Augen hinab, spähte, suchte nach Beute. Immer wieder zog er seine Kreise, registrierte jede noch so kleine Bewegung im endlosen Schnee. Ruhe überkam ihn... Ruhe und Frieden... Und ein überwältigendes Gefühl von Freiheit....
Der Falke flog höher, versuchte die Wolken zu erreichen. Vergessen war die Beute, vergessen war der Auftrag...
Freiheit...
Er stieß einen lauten Ruf aus, zog einen Bogen und kreiste über dem Wald.
Freiheit...
Ein schriller Pfiff ließ ihn zusammenzucken. Irritiert spähte er zum Boden.
Ein Pferd... Ein Mann mit einer Armbrust... Sein Herr, schon seit einem Monat...
Wieder änderte der Falke seine Richtung und besann sich auf seine Aufgabe. Er erspähte einen Hasen, legte die Flügel an und ließ sich fallen. Mit ausgezogenen Krallen stieß er hinab. Der Hase hatte keine Chance. Helles Blut besudelte den weißen Schnee.
Gier erfasste ihn... Die Gier nach Fleisch! Der Falke beugte sich hinab um zu fressen.
Doch da wieder ein schriller Pfiff...
Irritiert hielt er inne und spähte um sich...
Das Pferd war nähergekommen und sein Herr winkte ihm.
Resigniert hob er die Flügel, flog los und landete auf dem reichverzierten Handschuh. Er erblickte die dort eingravierte Rune...
Freiheit...
Doch für ihn bedeutete diese Freiheit Gefangenschaft...
Verfasst am 03.01.2005 12:37:39 Uhr Einsam? Langsam schlenderte sie durch die verschneiten Strassen. Es war dunkel, nur der Mond spendete ein wenig divuses Licht. Die Gedanken kreisten in ihrem Kopf.
Freundschaft... Zuneigung... Verrat....
Sie hatte alles erlebt...
Freundschaft....
Wie glücklich sie gewesen war als man ihr sagte: Du bist mein Freund...
Zuneigung...
Wie geschmeichelt sie sich gefühlt hatte als man ihr sagte: Ich hab dich lieb...
Verrat...
Wie einsam sie nun war da man ihr sagte: Ich habe keine Zeit für dich...
Eine einzelne Träne rollte über ihre Wange und gefror in der eisigen Luft fast augenblicklich. Sie blieb stehen.
War das nun das Ende?
Sie war verlassen worden... Nachdem sie so viel geopfert hatte...
Das Ende...
Das Ende?
Sie lachte hell auf.
Nein, sie war nicht am Ende!
Im hellen Mondlicht schwang sich der Engel, befreit von den Ketten die ihn an die Erde gefesselt hatten in die Lüfte und flog, getragen von goldenen Schwingen, hinein in eine bessere Zukunft. Ihr helles Lachen war noch lange zu hören...
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